Kritiken




Ein Spiel für unsere Augen. Erfassen, Erkennen, Überprüfen, Vergleichen. Identifikation mit der einen oder anderen Version? Täuschen Sie sich nicht. Dies ist nicht Carmen oder Evi ..., sondern ein Bild. Kunst sozusagen, die in den Mikrokosmos des Motivs den Makrokosmos der Welt mit einbezieht. Biografie wird Soziologie und Psychologie Magie. Sabine Slatosch öffnet den privaten Raum ihrer Modelle. Wo früher noch die interne Beziehungsebene im Vordergrund stand, sucht sie heute ganze Bündel an Zusammenhängen. War früher der Splitter noch Projektionsfläche genug, interessiert sie heute der Kristall, in dem sich Ansichten brechen und spiegeln, durchdringen und vervielfältigen. Ihre glasklare Malweise suggeriert Genauigkeit und die Verwandtschaft mit einem Foto. Das Einverständnis mit der Oberfläche macht die unwirkliche Situation um so mehr frappanter, wenn aus Köpfen Bäume wachsen, Vögel Freiheit finden und Frauen Krallen zeigen.
Dr. Ute Tischler
(Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung von Sabine Slatosch und Christina Kurby in der Galerie M in Berlin am 27.02.1994)



Sabine Slatosch stellt sich bewusst dem Zeitgeist, der nach Vereinfachung und schnellen Antworten drängt, entgegen. Ihre Bilder fordern zur Auseinandersetzung über die Sicht der Künstlerin auf unsere Wirklichkeit heraus, mithin auch zum Widerspruch. Läßt man sich auf einen Dialog mit dem bildhaft formulierten Angebot ein, versucht man das Untergründige und Ambivalente darin für sich aufzuschließen, wird man auch um eine Selbstbefragung nicht herumkommen. Insofern sind diese Bilder vielleicht auch anstrengend.
Dr. Ugowski
(Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung von Sabine Slatosch im Multikulturellen Zentrum in Templin am 12.06.1998)



Alles Dargestellte bei Sabine Slatosch ist für das Auge genau erkennbar und wiederum auch nicht. Sie malt Bilder, die sie selbst in sich trägt, die als Ergebnis auf Erlebtes, Erfahrenes, als ihre Wahrnehmungen von der Wirklichkeit entstehen. Die Motive, die sie findet, wirken hintergründig und surreal. Ihre Sujets sind angesiedelt in phantastischen Räumen. Menschen, Tiere, Gegenstände sind in eine Metaphorik innerer Bilder mit mehrschichtigen Bedeutungsebenen übersetzt. Es sind Bilder, die irritieren, auch erschrecken, auf jeden Fall durch ihre geheimnisvoll-hintergründige Aura faszinieren. Die ungewöhnlich aufwändige, an die Lasurtechnik alter Meister anknüpfende Art und Weise ihrer Malerei untersützt diese suggestive Wirkung.
Dr. Gerlinde Förster
(Aus der Rede zur Ausstellungseröffnung "Verzögerter Augenblick" von Sabine Slatosch und Ingrid Hartmetz im KUNSTFLÜGEL in Rangsdorf am 30.04.2000)